Das Weihnachtsgeschäft naht und damit auch die Marketing-Offensive der Händler, die wie jedes Jahr mit einer Vielzahl von interessanten Angeboten, Preisrabatten oder besonders verlockenden Konditionen um die Gunst der Konsumenten wirbt. In diesem Jahr setzen dabei zwei der Big Player am Markt auf eine taggleiche Lieferung, um Kunden von einer Bestellung zu überzeugen.

Media-Saturn mit taggleicher Lieferung in 170 Städten

Media-Saturn kündigte vor wenigen Tagen jetzt an, Kunden in 170 Städten in Deutschland eine taggleiche Lieferung anbieten zu wollen. Dies entspricht mehr als 80 Prozent des Bundesgebietes. Neben dem fast deutschlandweiten Angebot beeindruckt vor allem die versprochene Lieferzeit des Services: Zwischen 30 Minuten und 3 Stunden soll die Blitzzustellung dauern.

Wie sehen die Konditionen dieses Angebots aus? Das gewünschte Produkt muss zunächst einmal „sofort verfügbar“ sein. Für eine Service-Gebühr von 14,95 Euro kommt die Ware dann in dem versprochenen Zeitraum zum Kunden nach Hause. Ein wahrlich hoher Preisaufschlag, der der Nachfrage nach der zügigen Lieferung jedoch keinen Abbruch tun wird, wie Media-Saturn glaubt. Der Service sei zwar nicht für alle Kundengruppen relevant, aber es gäbe Situationen, in denen sich Konsumenten eine derart schnelle Zustellung wünschen.

Media-Saturn nimmt neben der taggleichen Lieferung auch die immer beliebter werdende Zustellung zum Wunsch-Termin ins Programm, um an Weihnachten alle denkbaren Lieferungsoptionen bieten zu können. So können Kunden dabei einen Wunsch-Tag wählen, der bis vier Tage nach Bestelleingang liegt und an dem in einem Zeitfenster von zwei Stunden geliefert werden soll.

Amazon mit taggleicher Lieferung in 14 Metropol-Regionen

Das breite Angebot der taggleichen Lieferung Media-Saturns ist eine klare Kampfansage an Amazon, das kurz zuvor verkündet hatte, passend zur Weihnachtszeit Same-Day-Delivery in 14 Städten bzw. Metropol-Regionen anbieten zu wollen. Auch das von Amazon angepriesene Zeitfenster, das eine Lieferung in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr bei einer Vormittags-Bestellung garantiert, wird von dem Konzept von Media-Saturn übertroffen. Die Unternehmensgruppe besitzt in Deutschland eine enorme Verbreitung im gesamten Bundesraum, so dass ein derartiges Angebot überhaupt möglich ist.

Amazon mit überzeugendem Gesamtpaket

Auch wenn die Zahlen im Same-Day-Delivery-Clinch einen deutlichen Vorteil für Media-Saturn zeigen, der hohe Aufpreis von knapp 15 Euro ist sicherlich nicht zu unterschätzen. Amazon inkludiert den Service der taggleichen Zustellung einfach in sein Prime-Paket, so dass Kunden diesen ohne zusätzlichen Aufpreis erhalten. Die Konditionen sind dabei einfach: Online-Shopper müssen einen Bestellwert von 20 Euro erreichen. Liegt der Bestellwert darunter, fallen für Prime-Kunden 5 Euro pro Artikel bzw. für Nicht-Prime-Kunden 9,99 Euro pro Bestellung an. Darüber hinaus muss das gewünschte Produkt für diesen Dienst verfügbar sein. Aktuell stehen je nach Region im Schnitt über eine Million Artikel aus verschiedenen Kategorien zur Auswahl.

Taggleiche Lieferung noch in den Anfängen

Auch wenn zwei der Big Player bereits jetzt mit beeindruckenden Same-Day-Delivery-Konzepten an den Markt herantreten, taggleiche Lieferungen befinden sich immer noch in den Anfängen. Kunden erwarten heute eine Zustellung in zwei bis drei Werktagen, so dass der Bedarf im Handel nach wie vor nur gering sein dürfte. Auch die meisten Händler sind noch nicht so weit: Laut einer Umfrage des Kölner Forschungsinstituts ECC und des Logistikspezialisten time:matters haben erst 3 Prozent der Händler die taggleiche Lieferung für sich entdeckt. Die Befragung unter den 280 Unternehmen hat jedoch auch gezeigt: Same-Day-Delivery gewinnt so langsam die Aufmerksamkeit der Händler. Ein Drittel der Studienteilnehmer plant, taggleiche Lieferungen ins Portfolio aufnehmen zu wollen oder ist dem Konzept gegenüber zumindest aufgeschlossen. Insbesondere Unternehmen aus der Elektronikbranche und aus dem Lebensmittelsektor wollen Same-Day-Delivery künftig anbieten.

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