Wochentag, Uhrzeit, Kundentyp, verwendete Endgeräte – im E-Commerce haben mehrere Faktoren einen Einfluss darauf, wie teuer ein Produkt gerade ist. Wie reagieren Kunden im Netz auf diese Preisschwankungen? Dieser Frage ist jetzt die österreichische Arbeitskammer sowie das österreichische Gütezeichen nachgegangen. Was können Shopbetreiber lernen?

Personalisierte Preise als Strategie

Wenn ein Onlineshop weiß, dass der Kunde gerade über sein iPhone nach Produkten sucht, schnellen die Preise in die Höhe. Kein Wunder: iPhone-Besitzer gelten als Einkäufer mit großer Bereitschaft, teurere Produkte zu kaufen. Weiß das aber der durchschnittliche iPhone-Besitzer? Anders gefragt: Nimmt er diese Preisschwankungen überhaupt wahr? Die Zahlen der Studie zeigen: 40 Prozent der Nutzer bemerken diese erst gar nicht. Sowohl dynamische als auch personalisierte Preise fallen ihnen beim Online-Shopping schlichtweg nicht auf.

Für Shopbetreiber ein gutes Zeichen, können sie so das meiste aus ihren Produktpreisen herausholen. Was aber, wenn Kunden die Preisschwankungen bemerken? Immerhin 60 Prozent der Einkäufer nehmen diese regelmäßig wahr. Dabei erkennen 25 Prozent der Kunden Preisschwankungen bei Hotel- und Flugbuchungen sowie 15 Prozent bei Pauschalreisen. Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da Kunden im Reise-Bereich besonders sensibilisiert sind und nahezu jeder Kunde vor Buchung die Preise beobachtet und vergleicht. 15 Prozent bemerken Preisunterschiede bei Unterhaltungselektronik.

Ertappt: Wie reagieren Kunden auf Dynamic Pricing?

Die erstaunliche Antwort: Lediglich 60 Prozent der Verbraucher, denen unterschiedliche Preise auffallen, schauen auch mal bei der Konkurrenz nach. Handelte es sich bei der Preisschwankung um eine Preissenkung, sehen nur noch 37 Prozent einen Grund, bei einem anderen Onlineshop vorbeizuschauen.

Wie finden Händler die richtige Preisstrategie?

Die Zahlen belegen, dass Händler durchaus mit unterschiedlichen Preisen experimentieren sollten. Dynamic Pricing und individualisierte Preise lassen das Portemonnaie der Kunden oft weiter öffnen. Hierbei eine ausgewogene Preisstrategie zu finden, die die Kunden nicht verprellt, ist jedoch nicht ganz so einfach.  Zwar nimmt nur ein Teil der Konsumenten Preisschwankungen überhaupt wahr, Shopbetreiber sollten Kunden jedoch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl geben, sie unfair zu behandeln. Denn auch wenn nicht alle Kunden auf die personalisierten Preise reagieren – Kunden, die sich vor den Kopf gestoßen fühlen, mögen vielleicht einmal kaufen, ein zweites Mal sicher aber nicht. Vor allem treue Kunden sollten Shopbetreiber eher mit Rabatten und Gutscheinen belohnen, anstatt sie immer wieder mit neuen Preisen herauszufordern.

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