In Deutschland werden derzeit täglich 9 Millionen Päckchen und Pakete an Kunden ausgeliefert. Durch den Online-Shopping-Boom stieg der Branchenumsatz der Paketdienste und Spediteure im letzten Jahr um 3,4 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro an. Für dieses Jahr wird eine weitere Steigerung von 3,5 Prozent erwartet. Neben den steigenden Umsätzen stellt das hohe Paketvolumen jedoch gleichzeitig auch eine Herausforderung für die Logistikunternehmen dar. Die Zustellung an den Mann ist dabei für die Dienstleister die größte Herausforderung, die es zu meistern gilt. Insbesondere Kunden, die während der Lieferung nicht zuhause anzutreffen sind und daher mehrfach angefahren werden müssen, erweisen sich für die Zusteller als aufwendig und dadurch kostspielig. Um das zu vermeiden, arbeiten mehrere Logistiker bereits seit Längerem an der Einführung von privaten Paketkästen, die Bestellungen einfach vor der Haustür des Kunden ablegen lassen. DHL und OneBox führen jetzt jeweils ihren eigenen Paketkasten ein. Worauf können sich Verbraucher einstellen?

Paketkasten der DHL

Hatte DHL seinen Paketkasten letztes Jahr im Oktober bereits im Rahmen eines Pilotprojektes in Ingolstadt getestet , können Kunden nun seit letzter Woche Montag offiziell die privaten Postfächer für bestellte Waren mieten oder kaufen. Konsumenten können so online Ware bestellen und sie von DHL in dem Paketkasten ablegen lassen, falls sie zum Zeitpunkt der Lieferung nicht zuhause sind. Eine erneute Anfahrt des Dienstleisters oder der umständliche Gang zur nächsten Postfiliale bleiben somit erspart. Darüber hinaus ist über den Paketkasten nicht nur der Empfang von Bestellungen möglich, sondern auch das Verschicken. So können Kunden beispielsweise Retouren einfach in ihrem Paketbriefkasten ablegen, die dann nach Erteilung des Auftrags im Netz von DHL abgeholt werden. Die Paketkästen der DHL richten sich an Bewohner von Mehrfamilienhäusern und an Eigenheimbesitzer. Mietwohnungen können aus logistischen Gründen nicht mit einem Paketkasten ausgestattet und damit nicht beliefert werden. Die Mietkosten für einen Paketkasten betragen monatlich 1,99 Euro. Der Kauf eines Basis-Paketkastens kostet aktuell 99 Euro.

Paketkasten von OneBox

Als Konkurrent zu DHL gehen bald die Systeme der Firma OneBox an den Start. Dabei handelt es sich um elektronische Schlossmodule, die Hersteller von Paketkästen in ihre Boxen einbauen können. Darüber hinaus will OneBox auch eigene komplette Paketkästen für spezielle Zielgruppen anbieten. Der Vorteil der Variante von OneBox liegt darin, dass es sich dabei um ein zustellerunabhängiges System handelt. Kunden sind daher nicht an einen Dienstleister gebunden, sondern könnten Pakete von verschiedenen Unternehmen liefern und abholen lassen. Mit welchen Logistikern OneBox zusammenarbeiten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Paketkästen mit OneBox-System arbeiten batteriebetrieben und sind daher flexibel an jedem Standort einsetzbar. Ist ein Paket im Paketkasten des Kunden abgelegt worden, erhält dieser per E-Mail oder SMS eine Benachrichtigung. Neben der Zustellung von Päckchen sind wie bei den Paketkästen von DHL auch Retouren möglich, die Verbraucher über das Kundenportal auslösen können. Das Öffnen der Kästen soll über Codes funktionieren, die per Mobile App generiert werden. Gleichzeitig wird ein Zugriff fremder Personen durch Schlösser mit asymmetrischer Verschlüsselung verhindert. Diese sind in etwa mit den Sicherheitsverfahren von Kreditkarten vergleichbar und kommen ohne eine Online-Anbindung aus. OneBox plant seinen Dienst zunächst in Deutschland, Österreich und Schweiz einzuführen. Wann genau Starttermin ist, soll noch bekannt gegeben werden.

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