Die Digitalisierung des Geschäftsbetriebs stellt für stationäre Händler einer der wesentlichen Herausforderungen dar. Bereits im letzten Jahr hatte das Local-Commerce-Start-Up Locafox die 25 umsatzstärksten Shops Deutschlands untersucht und ihre Fortschritte in Sachen Digitalisierung offengelegt. Um die Bundesrepublik in einem internationalen Vergleich einstufen zu können, wurden dabei auch die umsatzstärksten Händler von Großbritannien, Frankreich und den USA durchleuchtet. Jetzt hat Locafox die Studie wiederholt. Haben sich deutsche Händler verbessert?

Digitalisierung: zweite Verkaufsplattform Onlineshop

Eigentlich hätte man bereits in der letztjährigen Studie erwartet, dass jeder der 25 umsatzstärksten Händler in Deutschland auch über einen Onlineshop verfügt. Stattdessen lag der Wert nur bei 84 Prozent, so dass es tatsächlich noch große Shops gab, die ausschließlich auf den stationären Handel setzen. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Zahlen der diesjährigen Studie zeigen, dass nun mit 96 Prozent sozusagen alle Händler im Rahmen der Digitalisierung auch über einen Onlineshop verfügen. Mit diesem Wert steht die Bundesrepublik auf einer Stufe mit Großbritannien und den USA.

Mobile-Optimierung als Priorität

Eine Optimierung des eigenen Shops auf mobile Endgeräte muss im letzten Jahr absolute Priorität der deutschen Händler gewesen sein. Lag der Wert 2015 noch bei nicht wettbewerbsfähigen 68 Prozent, liegt er heute bei 96 Prozent. Händler haben hierzulande also endlich erkannt, dass eine mobile Webseite unverzichtbar ist, will man Kunden für sich gewinnen. Damit steht Deutschland nur noch einen kleinen Schritt hinter der UK und den USA, wo jeder Händler seinen Shop für Tablets und Smartphones optimiert hat.

Eine mobile App dagegen findet sich bisher nur bei der Hälfte der Händler. Ob es nun an Ideen für eine mehrwertbringende App fehlt oder Shops schlichtweg nicht an den Bedarf einer Shopping-App glauben, mobile Apps bieten lediglich 52 Prozent der Händler an. Erschreckend ist dabei die Entwicklung der Zahlen, da im letzten Jahr der Wert mit 56 Prozent noch höher lag. Vor allem im Vergleich zu Frankreich (84 Prozent) und den USA (92 Prozent) wird klar, wie die deutschen Unternehmen hier hinterherlaufen.

Social Media: Facebook top

Die Kommunikation mit den Kunden über Facebook ist bei fast allen Unternehmen gegeben. In Deutschland kümmert sich jeder der 25 umsatzstärksten Händler über das Zuckerberg-Netzwerk um seine Fans und Konsumenten. Hier gibt es also keinen weiteren Handlungsbedarf. Schlechter sieht es dagegen bei Instagram aus, das nur von 68 Prozent der deutschen Händler regelmäßig genutzt wird. Zwar weisen Frankreich und die UK ebenfalls keine Spitzenwerte auf (72 Prozent bzw. 84 Prozent), Deutschland liegt hier jedoch deutlich auf dem letzten Platz. Ausreichend Futter sollte doch vorhanden sein: Ob schicke Produktfotos, unterhaltsame Team-Abende oder eine neue Kollektion – Instagram ist die ideale Plattform, seine User emotional anzusprechen. Deutsche Händler sollten hier also das Potenzial für sich erkennen und nutzen.

Produktverfügbarkeit: Vorbild Deutschland

Online anzeigen, welche Produkte in den Filialen verfügbar sind: Viele deutsche Shops wissen sehr gut, wie sie online und offline verknüpfen können. 68 Prozent der untersuchten Händler hierzulande greift auf dieses verbraucherfreundliche Feature zurück. Damit ist Deutschland die Nummer 1 im Vergleich zu Frankreich (52 Prozent), UK (40 Prozent) und den USA (64 Prozent).

Click & Collect weiter auf dem Vormarsch

Ware online kaufen und sie dann vor Ort abholen – eine spezielle Art des Shoppens, die hierzulande immer gefragter wird. Darauf reagieren auch die deutschen Händler: 60 Prozent der Unternehmen bieten Buy & Collect an. Trotz dieses Wertes liegt die Bundesrepublik damit auf dem letzten Platz. Frankreich und Großbritannien kommen auf 80 Prozent bzw. 84 Prozent und liegen damit weit vor den deutschen Händler. Lediglich die USA steht mit 64 Prozent in etwa auf einem Level mit Deutschland, was sicherlich jedoch auch auf die immense Größe des Landes und der Städte zurückzuführen ist und Kunden sich schlichtweg die Ware lieber klassisch zuschicken lassen.

Bei Reserve & Collect sind die deutschen Stores dagegen auf einem guten Weg: 24 Prozent bieten diesen Service an. Ein guter Wert, da nur Frankreich mit 32 Prozent vor Deutschland liegt. Die schwachen Werte der UK (16 Prozent) und den USA (12 Prozent) könnten jedoch auch auf eine fehlende Nachfrage bezüglich dieser Einkaufsart zurückzuführen sein. Deutsche Shopper reservieren schlichtweg gern Produkte, um dann in Ruhe vor Ort eine Kaufentscheidung fällen zu können.

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