Der Umgang mit Retouren im Online-Handel ist bereits seit Längerem ein Streitpunkt in Politik und Gesellschaft. Vor einigen Tagen verabschiedete das Bundeskabinett jetzt einen Gesetzesentwurf, der Händlern bald Pflichten für den Umgang mit Rücksendungen auferlegen könnte. Welche Auswirkungen hat dieser Gesetzesentwurf auf das Verhalten von Online-Shoppern? Dieser Frage ist das Meinungsforschungsinstitut yougov zusammen mit eBay Kleinanzeigen nachgegangen. Versuchen Verbraucher, weniger Ware zurückzuschicken?

Retouren als Problem des Online-Handels?

Nicht immer können Verbraucher online erkennen, ob ihnen ein Produkt auch dann gefällt, wenn sie es in den Händen halten. 57 Prozent der Online-Shopper haben daher schon einmal Artikel in unterschiedlichen Ausführungen bestellt. 28 Prozent nehmen dies regelmäßig vor. Dabei will vor allem die jüngere Zielgruppe zwischen 18 und 24 Jahren eine Auswahl haben. Rund die Hälfte von ihnen (47 Prozent) ordert daher mehrere Varianten eines Produkts. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es noch 44 Prozent.

Auf diese Weise erhalten Händler zahlreiche Retouren. Viele dieser Retouren wandern nicht zurück in den Verkauf, sondern in den Müll. Denn: Oftmals ist es für Händler günstiger, diese wegzuschmeißen als sie wiederaufzubereiten. Forscher schätzen, dass so jährlich rund 20 Millionen Produkte im Müll landen. Umweltministerin Svenja Schulze warf dem Online-Handel daher eine Wegwerfmentalität vor.

Bundeskabinett beschließt Gesetzesentwurf

Umweltministerin Schulze veröffentlichte daher im August letzten Jahres einen Gesetzesentwurf, der den Umgang mit Retouren verbessern soll. Seit dem 12. Februar liegt der fertige Regierungsentwurf vor. Sollte der Bundestag diesen annehmen, kommen auf Händler zahlreiche Pflicht zu. Welche das genau sein könnten, ist noch nicht klar. Denkbar ist vor allem die Pflicht, Rücksendungen instand zu halten. Und: Händler könnten angehalten sein, Ware erst vernichten zu dürfen, wenn eine Spende oder ein erneuter Verkauf technisch oder rechtlich nicht mehr möglich sind oder es ihnen wirtschaftlich nicht zumutbar ist. 

Passen Verbraucher ihr Einkaufsverhalten an?

Auf die Frage, wie Verbraucher auf den Gesetzesentwurf reagieren, gab rund die Hälfte der Befragten an, Retouren künftig komplett vermeiden zu wollen. 22 Prozent glauben, dass diese politische Maßnahme keine Auswirkungen auf ihr Shopping-Verhalten haben wird. 19 Prozent ließen wissen, dass sie sich keine Gedanken mehr um Rücksendungen machen müssten, wenn Händler ihre Retouren nicht mehr einfach vernichten dürften. Sie hätten daher noch weniger Skrupel, Rücksendungen zu produzieren.

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