Die zur Auswahl stehenden Versandoptionen entscheiden nicht selten darüber, ob Kunden ihren Kauf abschließen oder abbrechen. Verbraucher wollen es vor allem günstig und schnell, gleichzeitig rücken jedoch auch immer mehr individuelle Lieferwünsche und neue Versandoptionen in den Mittelpunkt. Onlineshops versuchen den hohen Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, weshalb sie stets an einer Verbesserung und Erweiterung der zur Verfügung stehenden Optionen arbeiten. Wie sieht der aktuelle Stand im E-Commerce aus? Welche Versandarten bieten Händler an?

Die aktuelle EHI-Studie „Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2015“ hat zu diesem Thema 134 Online-Händler in Deutschland, Österreich und Schweiz sowie sieben Versanddienstleister befragt.

Versandoptionen: Alternative Zustellungsorte besonders gefragt

Alternative Zustellungsorte sind bei Kunden besonders gefragt. Vor allem Kunden, die tagsüber nur selten zuhause anzutreffen sind, schätzen Händler, die auch Zustellungen an stationäre Geschäfte, Pick-up-Stationen oder Paketkästen und Paketbutler anbieten. So geben laut der Studie 40 Prozent der Onlineshops die Möglichkeit, Pakete an stationäre Geschäfte liefern zu lassen. 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Noch beliebter sind die mittlerweile als Standard geltenden Packstationen, die Kunden ihr Paket einfach und flexibel abholen lassen. 57 Prozent der Händler bieten diese Versandoption an. Paketkästen und Paketbutler schienen bisher eigentliche eine Randerscheinung darzustellen, die Zahlen der Studie zeigen jedoch erstaunlich hohe Werte: So haben 39 Prozent der Händler diese Versandoptionen aktuell in ihrem Portfolio.

Versandoptionen: Zeitfenster-Lieferung als Modell der Zukunft?

Studien und Umfragen haben gezeigt: Kunden wünschen sich ein vorher festgelegtes, konkretes Zeitfenster, in dem Paketlieferungen zugestellt werden. Auf diese Weise müssen sie nicht den halben Tag zuhause warten. Zudem entsteht kein zusätzlicher Aufwand, wie ein Abholen an der Packstation oder im Geschäft um die Ecke, wenn sie zum Zeitpunkt der Lieferung nicht zuhause waren. Bisher bieten jedoch nur 10 Prozent der Shops eine derartige Lieferung an. Die Wünsche der Kunden bleiben jedoch nicht ungehört. 36 Prozent der Händler planen, Zeitfenster-Lieferungen in den nächsten drei Jahren zu ermöglichen. Die logistischen Voraussetzungen dafür bestehen bereits: Mehr als die Hälfte der befragten Versanddienstleister bieten in ihrem Portfolio Zeitfenster-Lieferungen an.

Wahl des Logistikdienstleisters mit sekundärer Bedeutung

Neben den zusätzlichen gewünschten Versandoptionen schätzen Kunden auch die Wahl des liefernden Logistikdienstleisters. Das ist bislang jedoch nur bei knapp jedem fünften Händler (19 Prozent) möglich. Einige Shops planen die Einführung dieser Option, so dass in naher Zukunft ca. 22 Prozent den Lieferservice wählen lassen werden.

Versandoptionen: Kostenfreie Retoure als Kundenbindung

Während bei der Lieferung hin zum Kunden vor allem alternative Zustellungsorte und Zeitfenster-Lieferungen an Beliebtheit gewinnen, gilt bei der Retoure nur eins: Online-Shopper wollen keine Kosten für eine Rücksendung übernehmen. Die Zahlen der Studie bestätigen dies: 76 Prozent der Händler tragen die Retourkosten selbst, da dies als wichtiges Mittel zur Kundenbindung gilt.

Interessierte Shopbetreiber können die ganze Studie hier kostenpflichtig bestellen.

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