Der Produktzyklus zahlreicher Konsumgüter liegt heute deutlich unter dem vor 10 Jahren. Insbesondere Mobile Devices wie Smartphones und Tablets werden jährlich neu aufgelegt. Neue Funktionen, Features und Designs sorgen für ein anhaltendes Interesse der Verbraucher, so dass im Regelfall neuwertige Geräte ersetzt werden, um von aktuellen technischen Neuerungen profitieren zu können oder einfach dem Trend zu folgen.

Gerade bei kostspieligen Anschaffungen von Elektronikartikeln lohnt es sich, das ein oder zwei Jahre alte Gerät nicht in die Schublade zu legen, sondern weiterzuverkaufen. Re-Commerce ist dabei heute das Stichwort, das den Handelsverkehr gebrauchter Gegenstände über das Internet beschreibt. Die Bandbreite der Produktpalette im Re-Commerce erweist sich dabei als groß: User finden online neben Elektronikprodukten wie Smartphones, Fernsehern und Digitalkameras auch gebrauchte Kleidung, Bücher und CDs. Re-Commerce boomt in Deutschland.

Re-Commerce-Plattformen boomen in Deutschland

Während in Großbritannien und den USA Re-Commerce bereits lange ein Thema ist, hat sich der Trend in Deutschland erst in den letzten Jahren entwickelt. Zwei grundlegende Geschäftsmodelle haben sich dabei herauskristallisiert: Re-Commerce-Plattformen, die gebrauchte Produkte ankaufen und weiterverkaufen und Re-Commerce-Plattformen, über die Verbraucher ihre gebrauchten Artikel an andere Verbraucher selbst weiterverkaufen. Die enorme Popularität derartiger Online-Plattformen hat zudem weitere verwandte Modelle hervorgerufen. So finden sich am deutschen Markt mittlerweile auch Preisvergleichs-Anbieter wie Flipchecker.com oder Verkaufsfuchs.de.

Als Branchengründer in Deutschland gilt Momox, das 2006 an den Start ging und seitdem vor allem mit Büchern erfolgreichen Re-Commerce betrieben hat. Heute ist das Unternehmen der führende Anbieter im Bereich Medienartikel. 2012 konnte Momox seinen Umsatz um mehr als 50 Prozent auf ca. 60 Millionen Euro steigern, was den aktuellen Boom des Re-Commerce unterstreicht. Konkurrent Rebuy, das vor allem Spiele wiederverkauft, hat seinen Umsatz sogar um 70 Prozent auf mehr als 40 Millionen Euro steigern können.

Auch im Bereich Fashion finden sich mehr und mehr Unternehmen, wie Kleiderkreisel.de, Kleiderkorb.de, Mädchenflohmarkt.de oder Kirondo.de, die auf den Wiederverkauf von Kleidung, Schuhen und Accessoires setzen. Selbst Verbraucher, die High-End-Fashion von teuren Mode-Labels kaufen oder verkaufen wollen, finden Angebote auf Re-Commerce-Plattformen wie Glamloop und Rebelle.de. Insgesamt gibt es mittlerweile über 30 Re-Commerce-Plattformen in Deutschland, die Internetriesen wie Amazon oder eBay im Segment Re-Commerce den Rang ablaufen.

Den Boom der Plattformen haben auch deutsche Handelsgrößen wie Media-Saturn und Otto erkannt. Sie sind bereits bei Re-Commerce-Anbietern eingestiegen, um an dem Erfolg teilzuhaben. So beteiligt sich Media-Saturn aktuell an Flip4new, während Otto mit Wirkaufens kooperiert.

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