Ab Juni nächsten Jahres findet die neue Verbraucherrichtlinie Anwendung, die es Online-Händlern gestattet, Kosten für Retouren den Kunden aufzuerlegen. Viele Online-Shops, die heute große Verluste durch das Zurückschicken von Ware erleiden, bekommen so die Möglichkeit, die Rücksendequote der Kunden zu senken und so auch die Kosten für Retouren einzudämmen. Fraglich bleibt, ob Unternehmen in der Praxis tatsächlich Gebrauch von der neuen gesetzlichen Regelung machen.

Eine Studie des E-Commerce-Centers in Köln (ECC) hat zu diesem Thema kürzlich Online-Händler befragt. Planen Online-Shops, ab Juni 2014 die Kosten für Warenrücksendungen an ihre Kunden weiterzugeben? Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass nur jeder zehnte Online-Händler weiter kostenfrei Retouren anbieten will (10,5 Prozent). 35,5 Prozent der befragten Händler gaben dagegen an, zukünftig keine kostenlosen Warenrücksendungen mehr zu ermöglichen und die Kosten an die Kunden weiterzugeben. 31,8 Prozent hatten noch nicht endgültig entschieden, wie mit der neuen Versandkostenregelung umgegangen werden soll. 22,1 Prozent der Studienteilnehmer wollen kostenfreie Retouren nur ab einem bestimmten Warenwert anbieten.

Branchenexperten erwarten, dass Handelsgrößen wie Amazon oder Zalando weiter die Retourkosten tragen werden, da Deutsche den Komfort und Service gewohnt seien. Kleinere Unternehmen dagegen könnten die neue Richtlinie in der Tat nutzen, um die hohen Kosten für Rücksendungen zu vermeiden.

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