Die Optimierung des Lieferservices gilt bei zahlreichen Online-Händlern als entscheidendes Kriterium, um Kunden von einem Kauf zu überzeugen. Komfortable und schnelle Zustellungen sind bei Verbrauchern gefragt und werden daher auch von nahezu allen Shops angeboten. Mittlerweile hat der Kampf um die perfekten Lieferkonditionen jedoch nahezu absurde Züge angenommen. Erst kürzlich hatte Zalando verkündet, an einer Expresslieferung in 30 Minuten zu arbeiten. Amazon setzt bisher „nur“ auf eine taggleiche Zustellung. Das könnte sich nun bald ändern: Laut verschiedener Medienberichte führt der Konzern Prime Now ein.

Prime Now: Was können Kunden erwarten?

Amazon plant mit Prime Now eine Paketzustellung innerhalb von zwei Stunden. Start der neuen Offensive soll im Mai in Berlin erfolgen. Dazu soll das Jeff-Bezos-Unternehmen bereits mit dem Umbau eines Geschäftshauses am Kurfürstendamm begonnen haben, um dort bald ein strategisch gut gelegenes Warenlager nutzen zu können. Geplant ist laut der Medienberichte eine Verfügbarkeit von über 10.000 Artikeln aus dem Amazon-Sortiment.

Auch wenn es aktuell noch keine Bestätigung von Amazon gibt, Prime Now ist lediglich die konsequente Weiterentwicklung des eigenen Versandkonzepts. Da taggleiche Lieferungen bisher das Maß aller Dinge bei Amazon sind, könnte eine Zustellung in zwei Stunden eine attraktive Steigerung des eigenen Same-Day-Delivery darstellen.

Prime Now: DHL als Verlierer?

Prime Now soll an sechs Tagen in der Woche von Konsumenten in Anspruch genommen werden können. Dabei will Amazon auf externe Kurierdienste und Stadtboten zurückgreifen, die die Kunden in dem knappen Zeitfenster beliefern sollen. Der große Verlierer bei diesem Konzept könnte DHL sein, das bisher noch einen Großteil aller Lieferungen übernimmt. Diese Umstellung wurde bereits von mehreren Unternehmen, die eine Paketzustellung in knappen Zeitfenstern bieten, gewählt, so dass diese auch bei Prime Now erfolgen dürfte. Kurierdienstleistungen lassen sich am Markt bequem einkaufen, ohne große Risiken dafür eingehen zu müssen.

Logistik als USP

Mit Prime Now arbeitet Amazon also weiter an seiner USP als Logistik-Primus. Auch in den USA setzt der Konzern auf eine Weiterentwicklung seiner Zustellungen. So mietete Amazon kürzlich eine Flugzeugflotte, um schnellere Paketauslieferungen in dem großen Land zu ermöglichen. Auch der Testlauf von Amazon Flex, einer Zustellung von Paketen durch private Fahrer in 1-2 Stunden im Raum Seattle, unterstreicht die Ambitionen, schnellere und bessere Logistikdienste verkaufen zu können.

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