Nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Amazon nicht mehr per se den günstigsten Preis am Markt anbieten kann, setzen wieder mehr Verbraucher auf Preissuchmaschinen. Vor allem für kleine oder unbekannte Online-Händler können sich diese als Chance erweisen, mit einem günstigen Preis auf sich aufmerksam zu machen und so Neukunden zu gewinnen. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass potenzielle Kunden im Webshop dann auch den Preis vorfinden, der im vorhergehenden Preisvergleich ausgemacht wurde. Ist das nicht der Fall, springen viele Kunden wieder ab. Wie hoch liegt die Fehlerquote bei Preissuchmaschinen? Damit hat sich jetzt die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen in einer Untersuchung beschäftigt.

Preissuchmaschinen oft fehlerhaft

Für die Analyse der Richtigkeit der Ergebnisse von Preisvergleichen hat die Verbraucherzentrale neun Preissuchmaschinen untersucht: Idealo, Guenstiger, Google Shopping, Evendi, Meta-Preisvergleich, Preis, Kelkoo und Preissuchmaschine. In der Studie sollten die Preisvergleiche zum einen fünf unverbindliche Preisempfehlungen von Elektrogeräten preislich schlagen, und zum anderen Angebote von Elektrogeräten in Prospekten unterbieten.

Die unverbindlichen Preisempfehlungen wurden von den untersuchten Preissuchmaschinen ohne Probleme, teils um Längen, geschlagen. Die Angebote aus den Prospekten erwiesen sich jedoch als sehr günstig, so dass nur bei einem Produkt zwei Anbieter bessere Preise aufzuweisen hatten. Dabei zeigte sich, dass zahlreiche Ergebnisse der Preissuchmaschinen nicht korrekt waren, da die Preise im Webshop des Anbieters selbst oft höher lagen. Produktpreis oder Versandkosten erwiesen sich so als zum Teil deutlich teurer als zuvor von der Preissuchmaschine angezeigt. Die größte Diskrepanz fand sich bei Meta-Preisvergleich mit 87 Euro.

Neben der fehlenden Richtigkeit vieler Preise traten weitere Fehler auf: Vereinzelt wurde im Webshop des Händlers ein anderes als das gesuchte Produkt angezeigt. Einige Artikel waren schlichtweg nicht mehr vorrätig. Insgesamt fand die Verbraucherzentrale in ihrem Test bei jedem vierten Ergebnis einen Fehler.

Preissuchmaschinen richtig nutzen

Online-Händler, die ihre Produkte auch in Preissuchmaschinen anbieten, sollten also darauf achten, den Produkt-Feed aktuell zu halten. Finden sich bei der Preissuchmaschine dennoch Fehler, sollten Verkäufer zu einem anderen Preisvergleich wechseln. Verbraucher, denen beim Preisvergleich veraltete Preise angezeigt werden, kaufen nur selten das Produkt auch dann, wenn der Preis im Webshop dann höher liegt, sondern kehren zurück zur Suche und überprüfen die Angebote anderer Händler. Davon abgesehen verlieren Händler mit falschen Preisen nicht nur potentielle Kunden, sondern arbeiten mit abmahnbaren Verkaufsstrategien.

Erste Reaktionen von den Preissuchmaschinen auf die Veröffentlichung der Studienergebnisse gab es bereits. So ließ evendi wissen, dass man bereits Änderungen vorgenommen habe, so dass Preisvergleichsergebnisse nun den Gesamtpreis, zusammengesetzt aus Produktpreis und Versandkosten, anzeigen würden.

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