Um den Absatz anzukurbeln, setzen Online-Händler neben dem Verkauf über den eigenen Shop vermehrt auf Online-Marktplätze. Die Big Player am Markt wie eBay und Amazon weisen daher einen stark wachsenden Umsatzanteil im E-Commerce auf. Für Verbraucher erhöht die steigende Zahl der bei Marktplätzen vertretenen Händler den Komfort beim Einkaufen. Kein langes Suchen über Google und in verschiedenen Onlineshops, sondern einfach das gewünschte Produkt zentral auf einem Online-Marktplatz erwerben. Wie steht es jedoch um Online-Händler? Welche Vorteile bieten ihnen Rakuten, Allyouneed und Co.? Was spricht gegen die Verwendung eines Online-Marktplatzes als zusätzlichen Vertriebsweg?

Online-Marktplatz: Vorteile für Händler

Online-Marktplätze bieten Händlern eine enorme Reichweite, so dass dort das Anbieten der eigenen Produkte eine hohe Zahl an Neukunden generieren kann. Auf diese Weise lässt sich der Umsatz steigern. Neukundengewinnung und Umsatzsteigerung stellen daher auch die beiden wichtigsten Aspekte für die Nutzung von Online-Marktplätzen dar. Das zeigte jetzt die Studie „Online-Marktplätze als Vertriebskanal – Status quo und Bewertung aus Händlersicht“, die von ibi Research der Universität Regensburg erstellt wurde.

Kleinere Shops wollen vor allem von der Bekanntheit eines Marktplatzes profitieren, um so einen leichteren Einstieg in den Online-Handel zu finden. Ein Online-Marktplatz übernimmt das Marketing für Händler und sorgt so für eine erhebliche Aufwandsreduzierung. Drei Viertel der in der Studie befragten Shopbetreiber gab daher an, dass durch die Nutzung eines Online-Marktplatzes der Einstieg in den Online-Handel erleichtert werden kann.

Online-Marktplatz: Nachteile für Händler

Im Gegensatz zu Verbrauchern bietet ein Online-Marktplatz Händlern nicht nur Vorteile, weshalb sich viele Shopbetreiber nicht sicher sind, ob sich Amazon, eBay und Rakuten als zusätzlicher Vertriebskanal empfehlen. Auch wenn ein Online-Marktplatz Händlern einen Teil des Marketings abnimmt, der Aufwand für die Erstellung einer Präsenz ist nicht zu unterschätzen. Zuvor muss zudem erst einmal ein Marktplatz ausgesucht werden. Auch dafür müssen Shopbetreiber Zeit einplanen, um den für sie passenden Vertriebskanal zu finden. Online-Marktplätze unterscheiden sich vor allem in Sachen Bekanntheitsgrad, Benutzerfreundlichkeit, Image und Gebühren. Insbesondere hohe Gebühren wurden von Händlern in der Studie als Grund genannt, sich gegen einen Online-Marktplatz zu entscheiden. Daneben wurden auch eine zu starke Abhängigkeit vom Marktplatzbetreiber und ein zu geringer Umsatz aufgeführt, die gegen einen Online-Marktplatz als zusätzlichen Vertriebsweg sprechen.

Welchen Online-Marktplatz wählen?

Die Vielzahl der verfügbaren Marktplätze unterscheidet sich zum Teil deutlich voneinander. Für welchen Online-Marktplatz entscheiden sich Shopbetreiber? Knapp drei Viertel der in der Studie befragten Händler verkaufen ihre Produkte über den Amazon Marketplace. Auf eBay greifen gut zwei Drittel der Shopbetreiber zurück. Dahinter folgt die japanische E-Commerce-Plattform Rakuten, die gut ein Viertel der Händler nutzt. Weitere 10 Prozent planen, ihre Ware dort in Zukunft zu verkaufen. 18 Prozent der Shops entscheiden sich für Allyouneed. Yatego komplettiert die Top 5 der beliebtesten Online-Marktplätze mit 9 Prozent.

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