Auch wenn die Verbreitung von Smartphones in Deutschland weiter steigt und eine Vielzahl der Geräte bereits mit NFC (Near Field Communication) ausgestattet ist, als Zahlungsinstrument wollen Konsumenten ihr iPhone und Samsung Galaxy noch nicht so recht nutzen. Trotzdem wird die NFC-Technologie seit Jahren als das nächste große Ding gehandelt, das das Bezahlen im stationären Handel vereinfachen soll. Wie sieht der aktuelle Stand in Sachen NFC aus? Ist nach so langer Zeit der oft versprochene Durchbruch noch zu erwarten?

NFC: Akzeptanz der Verbraucher

Wie sieht die Akzeptanz der Verbraucher bezüglich des Zahlungsmittels NFC derzeit aus? Eine Studie des Digitalverbandes BITKOM wartet dazu mit aktuellen Zahlen auf. Die Ergebnisse zeigen, dass knapp ein Drittel (29 Prozent) der deutschen Shopper einem Bezahlen per Smartphone und NFC aufgeschlossen gegenübersteht, was immerhin über 20 Millionen potenziellen Nutzern entspricht. Knapp ein Viertel (22 Prozent) der Deutschen kann es sich auch vorstellen, kontaktlos über NFC seinen Einkauf zu bezahlen. Tatsächlich bezahlt haben damit bisher jedoch nur 7 Prozent.

Wie sind diese Werte einzuschätzen? Die Aufgeschlossenheit der Käufer ist die Grundlage für den Erfolg von NFC. Ob diese ausreicht, lässt sich anhand der aktuellen Zahlen jedoch zumindest bezweifeln. 7 Prozent sind für einen anstehenden Durchbruch einfach zu wenig. Mut macht jedoch die Akzeptanz der jüngeren Konsumenten im Alter von 14 bis 29 Jahren. Hier haben bereits 14 Prozent ihr Smartphone genutzt, um Produkte im stationären Handel zu bezahlen. Es könnte sich hierbei also um die Zielgruppe handeln, die NFC populär und alltagstauglich machen könnte.

Warum nutzen so wenige Verbraucher NFC, obwohl ein generelles Interesse am Bezahlen per Smartphone in Deutschland vorhanden ist?

Akzeptanz des stationären Handels

Damit sich NFC hierzulande flächendeckend durchsetzen kann, ist neben der Akzeptanz der Verbraucher auch die Bereitschaft der Shopbetreiber gefragt, in neue Kassenterminals zu investieren. Hier scheint auch das Problem zu liegen. Bisher finden sich in Deutschland erst rund 60.000 Akzeptanzstellen für kontaktloses Bezahlen. Das entspricht lediglich 8 Prozent aller Kassenterminals. Händler sind aktuell also noch nicht bereit, in alternative Zahlungsmittel zu investieren.

Zukunft von NFC

Wie sieht also die Zukunft von NFC aus? Ist der große Durchbruch noch zu erwarten? Der Digitalverband BITKOM geht in seinen Prognosen davon aus, dass die Zahl der NFC-fähigen Terminals in deutschen Geschäften bald rasch wachsen wird. Sobald eine flächendeckende Umrüstung stattgefunden hat, geht man von einem Durchbruch in kürzester Zeit aus. Das Smartphone soll dann neben Bargeld ein weitgenutztes Zahlungsinstrument in Deutschland sein. Fraglich bliebt hierbei, wie die Shopbetreiber von einer Umrüstung auf NFC überzeugt werden sollen.

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