Auch wenn zahlreiche Onlineshops hierzulande noch über keine mobile Webseite oder eine eigene App verfügen, das Einkaufen über Smartphones und Tablets nimmt weiter zu. Wie steht Deutschland im Vergleich zu anderen Handelsmärkten da? Wie weit fortgeschritten ist die Entwicklung von Mobile Shopping in Großbritannien, Schweden und Frankreich? Das Marktforschungsunternehmen Center for Retail Research hat in einer Studie den Mobile Commerce in verschiedenen Staaten untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik ein enormes Wachstumspotenzial aufweist.

Mobile Shopping Deutschland: Smartphone-Abdeckung nur Mittelmaß

Die Grundvoraussetzung für einen boomenden M-Commerce ist die weite Verbreitung von Smartphones unter Verbrauchern. Hier liegt Deutschland jedoch nur im guten Mittelmaß. Laut der Zahlen der Studie besitzen nur 65 Prozent der Verbraucher hierzulande ein Smartphone. Der europäische Durchschnitt liegt hierbei bei 60 Prozent. Märkte wie Schweden und Großbritannien liegen mit 75 bzw. 74 Prozent deutlich über dem Ergebnis von Deutschland.

Mobile Shopping Deutschland: Steigende Ausgaben über Mobiles Devices

Trotz dieser mittelmäßigen Abdeckung nimmt Deutschland eine führende Rolle beim Mobile Shopping ein. Das verdeutlichen die Kaufabschlusszahlen, die über Smartphone oder Tablet getätigt wurden. So wurden 2014 10 Prozent aller Online-Einkäufe über Smartphones sowie 7 Prozent über Tablets abgewickelt. Die Bundesrepublik kommt also insgesamt auf 17 Prozent und liegt damit unter den Top 3 der untersuchten Märkte. Schweden erreicht mit 9 Prozent Smartphone-Käufen und 8 Prozent Tablet-Käufen ebenfalls 17 Prozent. Nur Großbritannien weist mit insgesamt 19 Prozent (11 Prozent Smartphone / 8 Prozent Tablet) höhere Zahlen beim Mobile Shopping auf.

Dass die Ausgaben über Mobile Devices in Deutschland in diesem Jahr weiter stark ansteigen werden, zeigen die Zahlen der Studie ebenfalls: Wurden 2014 noch 6,1 Milliarden Pfund für Mobile Shopping ausgegeben, so soll der Wert in diesem Jahr auf 12,4 Milliarden Pfund steigen. Damit weist die Bundesrepublik einen höheren Zuwachs als M-Commerce-Marktführer Großbritannien auf, das von 8,4 Milliarden Pfund auf 15 Milliarden Pfund zulegen wird. Deutlich hinter Deutschland und UK kommt auf Platz 3 Frankreich, dessen Ausgaben von 3,1 auf 5,9 Milliarden Pfund steigen werden.

Smartphones als neue Shopping-Plattform?

Auch wenn man aufgrund der größeren Displays erwarten könnte, dass Tablets in Zukunft die primäre Plattform für Mobile Shopping darstellen werden, zeigt die Studie, dass Smartphones zumindest in den führenden Mobile Commerce – Ländern weiterhin erste Wahl unter Konsumenten bleiben. So wird Mobile Commerce über Smartphones in Deutschland in diesem Jahr ein Wachstum von 108 Prozent im Vergleich zu 2014 erfahren, während Tablets auf 96 Prozent kommen. Beim Marktführer Großbritannien sieht es etwas ausgeglichener aus: Smartphones kommen auf ein Wachstum von 79 Prozent, Tablets auf ein Wachstum von 76 Prozent. In allen anderen Ländern außer Frankreich liegen jedoch die Tablets vorn. Insbesondere Spanien fällt hier mit einem erwarteten Wachstum von 132 Prozent auf. Ob sich letztendlich eine Plattform länderübergreifend noch durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Studie

Center for Retail Research griff für die Studie auf staatliche Statistiken und Analysen zurück, führte Telefoninterviews mit Großunternehmen der Branche und startete Umfragen in jeder der erwähnten Länder.

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