Zahlreiche Shopbetreiber positionieren ihr Angebot auch auf Marktplätzen wie Amazon, eBay und Rakuten. Der Vorteil dieser Plattformen liegt klar auf der Hand: eine einfache, bestehende Shop-Infrastruktur, die Zugang zu mehreren Millionen potenziellen Kunden schafft. Einige Händler sind davon jedoch nicht überzeugt. Sie befürchten, dass das Angebot im eigenen Shop an Bedeutung verliert, wenn sie ihre Produkte auch auf den Marktplätzen anbieten. Sind Marktplätze also eine Gefahr für den eigenen Onlineshop?

Der Boom der Marktplätze

Ob kleiner Shop, großer Handel oder renommierte Marke – viele der am Markt agierenden Unternehmen sind auch auf Amazon und Co. vertreten. Sie sehen darin eine Chance, an Reichweite zu gewinnen und ihr Geschäft zu internationalisieren. Genau das funktioniert für viele teilnehmende Händler. Sie wachsen durch zahlreiche Neukunden, die sie auf den Plattformen gewonnen haben.

Die Angst vor der Bedeutungslosigkeit

Kritiker sehen die Marktplätze als Gefahr für das Kerngeschäft der Shops. Das Angebot auf den Marktplätzen könne so an Bedeutung gewinnen, dass alle anderen Kanäle massiv vernachlässigt werden. Auf diese Weise könnte eine größere Abhängigkeit der Shopbetreiber von den Marktplätzen entstehen. Das Resultat: Händler verlieren den direkten Zugriff auf die eigenen Kunden. Und: Die durchschnittliche Marge vieler Shops dürfte fallen.

Marktplätze als Chance?

Die Bertelsmann-Tochter Arvato hat genau dieses mögliche Dilemma in einer Studie näher untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Marktplätze als eine Chance zu sehen sind und keine Bedrohung darstellen. Arvato zieht aus den Zahlen der Studie klare Vorteile für die Händler. Kunden seien heute verstärkt auf Online-Marketplaces unterwegs, so dass Händler, die hier nicht präsent sind, nicht wahrgenommen werden und keine zusätzlichen Absätze generieren können.

Dabei verweist Arvato auch auf die Möglichkeit, Zielgruppen konkret ansteuern zu können. eBay und Co. geben Shopbetreibern zahlreiche Tools mit an die Hand, die eine Ansteuerung der richtigen Kunden oft einfacher machen als über den eigenen Shop.

Marktplätze bringen Neukunden in den eigenen Shop

Die konkreten Zahlen der Studie bestätigen die Auslegung von Arvato. Die Zahl der Neukunden, die ihre Erstbestellung auf einem Marktplatz tätigen und für Folgekäufe den Markenshop ansteuern, liegt bei 15 Prozent. Die Zahl der Konsumenten, die zunächst im Markenshop einkauft, dann aber zum Marktplatz wechselt, liegt bei 6 Prozent. Damit gewinnen Online-Händler im Schnitt 9 Prozent neue Kunden hinzu.

Präsenz auf Marktplatz gut planen

Sollten sich Händler für eine Präsenz auf Amazon, eBay oder Rakuten entscheiden, sollten sie zunächst überprüfen, welche der Plattformen für ihr Geschäft besonders geeignet ist. Zahlreiche Faktoren entscheiden darüber, welcher der Märkte den eigenen Ansprüchen und Zielen gerecht wird – und die Präsenz so zu einem Erfolg machen kann.

Alle Ergebnisse und Zahlen der Studie finden sich hier.

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