Hatte Twitter als einer der letzten Social Networks einen Kauf-Button integriert, ist jetzt bereits schon wieder Schluss damit. Das Kurznachrichtennetzwerk will den Button wieder entfernen. Was hat Twitter zu diesem Schritt bewogen?

Twitter Kauf-Button: Nur noch für karikative Zwecke

User können sehr bald nicht mehr über den Kauf-Button bei Twitter einkaufen. Erhalten bleiben soll lediglich ein Button für karikative Zwecke. Bereits vor Monaten hatte das Unternehmen dafür das entsprechende Entwickler-Team, das für den Buy-Button zuständig war, aufgelöst. Wo liegen die Gründe für dieses kurze Experiment?

Schleppender Social Commerce

Twitters Entscheidung hängt sicherlich nicht zuletzt mit dem fehlenden Interesse der User am Kauf-Button zusammen. Zwar war Social Commerce im Jahr 2015 eins der dominierenden Themen am Markt – und auch die Konkurrenz um Facebook, Google und Pinterest richtete seine Strategien darauf aus – doch die Nutzerzahlen scheinen seit Einführung bei Twitter deutlich unter den Erwartungen geblieben zu sein. Bereits bei Bekanntgabe, dass Twitter einen Buy-Button einführen wolle, äußerten sich zahlreiche Stimmen kritisch, da Twitter keinen Abverkaufskanal in der Userwahrnehmung darstelle und so damit keinen Erfolg haben könne. Das kurze Intermezzo mit dem Kauf-Button bestätigte jetzt diese Vermutung.

Twitter mit Fokus auf dynamische Kleinanzeigen

Ursprünglich vom ehemaligen CEO Dick Costolo angekurbelt, besinnt sich Twitter unter der Führung von Jack Dorsey jetzt wieder auf sein Kerngeschäft. Dieses liegt vor allem in dynamischen Produktanzeigen sowie im Kundenservice. Besonders dynamische Produkt-Werbeanzeigen sind beim Kurznachrichtennetzwerk erfolgreich. Vorgelegten Statistiken nach sollen diese zweimal so viele Klick-Zahlen aufweisen wie reguläre Tweets. Das Gleiche soll dabei auch für die Umsatzrate gelten.

Ende des Kauf-Buttons: Deutsche Händler wenig betroffen

Für die meisten deutschen Shopbetreiber dürfte das Aus des Buttons nur wenig Bedeutung haben. Denn: Im Gegensatz zur USA hat Twitter hierzulande nur eine geringe Verbreitung und spielt damit auch nur eine wenig relevante Rolle am Markt. Zwar hatten Händler insgeheim sicherlich gehofft, das neue Feature trage weiter dazu bei, die Usability-Lücke zwischen Social-Media-Anzeige und tatsächlichem Produkterwerb vollends schließen zu können, wirklich Potenzial hatten darin aber nur wenige gesehen.

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