Die Digitalisierung des eigenen Shops ist nach wie vor eine große Herausforderung für zahlreiche Händler. Viele von ihnen hängen dem Prozess hinterher, so dass ihnen droht, den Anschluss zu verlieren. Eine Studie des Digitalverbandes Bitkom hat jetzt näher beleuchtet, wo es bei Händlern hapert. Dazu wurden über 500 Shopbetreiber befragt.

Digitalisierung als größte Herausforderung

Wie sehr die Digitalisierung den Händlern zu schaffen macht, zeigt die Frage nach der derzeit größten Herausforderung in ihrem Geschäft. Dabei gaben 66 Prozent der Shopbetreiber die Digitalisierung an. Erst danach folgt mit 55 Prozent die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Auch die Belastung durch Miete kam mit 51 Prozent erst auf Rang 3.

Hallo, Onlineshop?

Dass es bei vielen Händler bei der Digitalisierung nicht nur hapert, sondern im Prinzip kaum was passiert, zeigen weitere Zahlen der Studie. So gab gut jeder dritte Händler an, über keine Webseite zu verfügen. Ein Umstand, der sicherlich in vielen Fällen nicht mehr lange gut gehen wird. 65 Prozent der Shopbetreiber bespielen sowohl online als auch offline. 71 Prozent dieser Shopbetreiber haben ihr Offline-Angebot einfach komplett online gestellt. 6 Prozent wollen ihren Fokus auf online setzen, so dass sie dort ein größeres Angebot aufgezogen haben. Jeder zehnte Shop verkauft seine Ware online günstiger.

Online for the win!

Was bringt Händlern also die Digitalisierung in Zahlen? Jeder zweite Shopbetreiber, der neben seinem Ladengeschäft eine Online-Präsenz eröffnet hat, gab an, bis zu 30 Prozent seines Umsatzes online zu machen. 27 Prozent machen sogar 30 bis 50 Prozent des Umsatzes im Onlineshop. Gut jeder zehnte Händler spricht von mehr als 50 Prozent online generiertem Umsatz.

Händler trauen sich nicht

Der Schritt ins Web lohnt sich also. Für die meisten wohl ohne Wenn und Aber. Warum sind also noch nicht alle Händler im Netz? Und warum sind einige online noch nicht so richtig durchgestartet? Die Zahlen von Bitkom lassen vermuten, dass viele Händler vor Investitionen zurückschrecken. So gaben drei Viertel (76 Prozent) an, dass sie 2016 weniger als zehn Prozent des Jahresumsatzes für die Digitalisierung ausgegeben haben. Sieben Prozent haben tatsächlich gar nicht investiert. Schmale drei Prozent trauten sich was und gaben mehr als 10 Prozent fürs Web aus. 2017 dürfte sich an diesen Zahlen nicht groß was ändern: Ungefähr die Hälfte der Shopbetreiber (51 Prozent) will ihre Investitionssumme beibehalten. 18 Prozent wollen es etwas vorsichtiger angehen lassen und weniger ausgeben. Immerhin gut jeder Vierte (28 Prozent) will mehr Geld in die Digitalisierung stecken.

Wo sehen sich Händler selbst?

Alles keine Zahlen, die Mut machen. Wie stufen sich Händler selbst ein? 77 Prozent wissen, dass sie bei der Digitalisierung hinterher hängen. 16 Prozent sehen sich als Vorreiter. Drei Prozent haben im Prinzip bereits aufgegeben: Sie glauben, den Anschluss verpasst zu haben.

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