Die Deutsche Post hat kürzlich ihre erste vollautomatisierte Zustellbasis eröffnet. Die 4.900 Quadratmeter große Anlage, für die eine sechsmonatige Bauzeit benötigte wurde, steht im baden-württembergischen Kallenberg und soll täglich bis zu 13.000 Pakete verschicken. Welches Konzept steht hinter der neuen Produktionshalle? Künftig sollen Paketzentren aus dem Umkreis die Zustellbasis mit Sendungen beliefern. Die Pakete werden in sogenannte Wechselbehälter verfrachtet und an die Zustellbasis ausgeliefert, wo sie auf Fließbänder verladen werden. Ein automatisierter Scanner erfasst die Pakete und ordnet sie den entsprechenden Zustellbezirken zu. Danach nehmen Mitarbeiter die Sendungen vom Band und verladen diese in die Sprinter der Deutschen Post, die in den Hallen der Zustellbasis warten, um von da aus die Lieferungen auszufahren.

Deutsche Post plant weitere Zustellbasen

Für das anstehende Weihnachtsgeschäft erwartet die Deutsche Post eine neue Rekordzahl an zu verschickenden Päckchen. Acht Millionen Sendungen sind an den Mann zu bringen, zur Spitzenzeit der Weihnachtszeit werden eine Million Pakete mehr als letztes Jahr zu bewältigen sein. Aktuell ist die Deutsche Post eigenen Angaben nach an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen.  Der Online-Handel hat deutlich stärker zugenommen, als es von der Post im letzten Jahr bei ihren Planungen erwartet wurde. Um also der Vielzahl der Sendungen zu Weihnachten und der stetig steigenden Zahl von Päckchen aufgrund des boomenden Online-Handels gerecht zu werden, arbeitet das Unternehmen an einer Erweiterung seines Zustellservices. Die Eröffnung der ersten mechanischen Zustellbasis stellt den Beginn verschiedener Planungen und Investitionen dar, die die Deutsche Post in den nächsten 12 Monaten umsetzen will.

So plant die Deutsche Post bis Ende 2014 über 50 weitere vollautomatisierte Zustellbasen zu eröffnen, um das gewaltige Paketvolumen in Deutschland stemmen zu können. Insgesamt will der Logistikdienstleister für die Modernisierung seines bundesweiten Paketnetzwerks 750 Millionen Euro ausgeben, was die größte Investition seit den 1990er-Jahren darstellt. So entsteht aktuell im hessischen Obertshausen das größte Paketzentrum der Deutschen Post, das bis zu 50.000 Pakete pro Stunde sortieren soll. Im ersten Quartal 2014 soll der Bau der Anlage abgeschlossen werden, um dann nach Einbau der Sortiertechnik im Herbst zu eröffnen. Die Gesamtfertigstellung des Zentrums ist für Sommer 2015 angesetzt. Weitere Zustellbasen und Investitionen in die Infrastruktur sind im Münsterland, in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet geplant. Ausgegebenes Ziel der Deutschen Post ist es, Pakete und Päckchen genauso schnell an Empfänger ausliefern zu können wie Briefe. Aktuell werden 95 Prozent der Briefe am nächsten Tag zugestellt.

Neben den neuen Zustellbasen will die Deutsche Post auch die Zahl der Annahmestellen für den privaten Paketversand erhöhen. So sollen bis Ende 2014 20.000 neue DHL Paketshops entstehen, wobei vor allem große Ballungsräume Priorität genießen. Insgesamt wird die Deutsche Post damit bald über 50.000 Paketannahmestellen in Deutschland aufweisen.
Weiterhin plant das Logistikunternehmen die Eröffnung neuer Packstationen. Noch dieses Jahr sollen über 250 neue Geräte installiert werden, so dass Kunden dann über 250.000 Fächer zur Verfügung stehen.

Zusätzlich zum Ausbau des bestehenden Paketnetzwerks arbeitet die Post auch an einem weiteren Ansatz, Pakete möglichst beim ersten Zustellversuch beim Empfänger ausliefern zu können, da Zweit- oder gar Drittversuche das Unternehmen viel Geld kosten. Daher testet man gerade in Ingolstadt Paketkästen für Ein- und Zweifamilienhäuser, die Pakete auch dann abliefern lassen, wenn Kunden nicht zuhause sind.

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