Amazon hat jetzt auch hierzulande seinen Dash Button eingeführt und sorgt damit für großes Aufsehen. Sowohl bei Usern als auch bei Verbraucherschützern. Zeit für einen kurzen Überblick: Für welche Produkte ist der Amazon Dash Button verfügbar? Verstößt der Konzern damit gegen deutsches Recht? Was bedeutet der Button für Shopbetreiber und Händler?

Amazon Dash Button: Für diese Produktgruppen erhältlich

Der Dash Button revolutioniert das Einkaufsverhalten der Konsumenten. Mit einem simplen Kopfdruck wird Ware online bestellt. Ohne sich überhaupt an einen Laptop oder ans Smartphone zu begeben. Bisher können Verbraucher in Deutschland über den Amazon Dash Button vor allem Produkte aus den Bereichen Drogerie, Tierfutter und Büroartikel bestellen. So stehen Produkte wie Rasierer, Waschmittel, Spülmaschinentabs, Taschentücher, Zahnseide, Cremes, Aktenordner, Etiketten, Druckerpapier, Whiskas und Pedigree zur Auswahl. Darüber hinaus können Kunden auch Energy-Drinks und Kaffee ordern.

Amazon Dash Button: Verstoß gegen deutsches Recht?

Der Praxisvorteil des Buttons liegt auf der Hand. Entspricht die Funktionsweise jedoch den hierzulande geltenden gesetzlichen Anforderungen? Dies kann aktuell klar mit einem „Nein“ beantwortet werden. Durch den Bestellknopf, der lediglich die jeweilige Marke im Design führt, werden dem Kunden vor Abschicken der Bestellung nicht die wesentlichen Merkmale des bestellten Produkts genannt. Darüber hinaus fehlen auch jedwede Preisangaben sowie Grundpreise, die beispielsweise bei Kaffee oder Hundefutter anzugeben sind. Auch wird dem User kein Liefertermin genannt und er wird nicht über den Widerruf belehrt. Das Bestellen über den Amazon Dash Button stellt zudem einen Verstoß gegen die Button-Lösung dar. Damit verstößt Amazons neuste Erfindung vor allem gegen die fernabsatzrechtlichen Informationspflichten und das Wettbewerbsgesetz.

Rechtliche Gefahr für Händler?

Besteht eine rechtliche Gefahr für Händler, die über den Marketplace verkaufen? Aktuell noch nicht, da Amazon bisher nur Produkte über den Dash Button bestellen lässt, die Amazon auch selbst verkauft. Rechtliche Konsequenzen kommen daher bisher nur auf den Konzern selbst zu. Das ändert sich jedoch sofort, sobald Amazon auch Produkte von Händlern aus dem Marketplace mit ins Angebot des Dash Buttons aufnimmt. Dann ist nicht mehr Amazon selbst, sondern der Händler, der das Produkt an den Kunden verkauft, rechtlich zu belangen.

Ausbau der Vorherrschaft Amazons?

Amazon verfügt bereits über eine monopolähnliche Stellung am Markt, könnte diese jedoch durch den Amazon Dash Button weiter ausbauen. Durch das Ignorieren der Gesetze verschafft sich Amazon derzeit einen Vorteil gegenüber seinen Wettbewerbern. So bindet der Konzern seine Kunden noch stärker an sich, indem Dash Buttons nur bei einer Prime-Mitgliedschaft erhältlich sind. Auf diese Weise sind Kunden noch eher geneigt, beim Internetriesen zu bestellen. Darüber hinaus verschafft sich Amazon durch den Button einen weiteren Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern: Bei Bestellung über den Dash Button nehmen Kunden keinen Preisvergleich mehr vor. Das bedeutet, dass sie so keine Angebote von anderen Händlern mehr wahrnehmen. Amazon kann dann also mit unter Umständen teureren Preisen als die Konkurrenz den Umsatz steigern. Dagegen sind andere Händler machtlos. Ob günstige Preise oder SEO- und SEA-Maßnahmen – User des Amazon Dash Buttons suchen das Netz überhaupt nicht mehr auf, um Produkte zu vergleichen und dann zu bestellen.

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